Wer behauptet, dass die Achtziger tot seien, hat noch nie Drangsal dabei zugehört wie er sich aus ihnen bedient. Jedoch nicht, ohne dem Ganzen noch seinen charakteristischen Weirdo-Stempel aufzudrücken. Dass das absolut nichts schlechtes heißen muss, beweist er auf seinem Debütalbum „Harieschaim“, welches 2016 erschien und vom Rolling Stone-Magazin spontan mit dem Prädikat „sehr gut“ geadelt wurde. Die Mischung aus Angst und Freude, Zorn und Sentimentalität, ist das, was Drangsal ausmacht und in der er sich von Zeit zu Zeit selbst zu verlieren droht. Dass er es letztendlich aber immer schafft die Balance zu halten, ist ein starkes Indiz für die Stärke von Drangsal. Irgendwo zwischen Drangsal und Max Gruber, so sein bürgerlicher Name, liegt nämlich „Harieschaim“ und das ist erwiesenermaßen genau da, wo wir Drangsal sehen wollen.